Programmbedingungen des KfW-Sonderprogramms UBR 2022 – Mittelstand vorgestellt

Am 24. Februar 2022 begann die Russische Föderation ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine und hat damit, neben vielen furchtbaren menschlichen Schicksalen, auch zahlreiche Unternehmen mit wirtschaftlichen Beziehungen in die involvierten Länder berührt. Um Unternehmen, die von der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine bzw. hiermit in Zusammenhang stehenden Sanktionen betroffen sind, zu stützen, hat die Bundesregierung unlängst den Aufbau eines Unterstützungspaketes auf Basis des Crisis Framework der Europäischen Kommission angekündigt. Dieses Paket umfasst neben einem KfW-Kreditprogramm Bürgschaftsprogramme, zeitlich befristete Zuschüsse für Unternehmen mit hohen Zusatzkosten aufgrund gestiegener Erdgas- und Strompreise, zielgerichtete Eigen- und Hybridkapitalhilfen sowie eine Unterstützung von Energieunternehmen bei bestimmten Liquiditätsengpässen.

Für betroffene mittelständische Unternehmen, Einzelunternehmen und Freiberufler hat die KfW das „KfW-Sonderprogramm UBR 2022 – Mittelstand“ aufgesetzt. Es ermöglicht antragsberechtigten Unternehmen eine Liquiditätssicherung zu zinsgünstigen Konditionen.

Die Antragsberechtigung setzt mindestens eins der folgenden Kriterien voraus:

  • Umsatzrückgang durch einen weggebrochenen Absatzmarkt in der Ukraine, Belarus und/oder Russland
  • nachgewiesene Produktionsausfälle in den Ländern Ukraine, Belarus und Russland
  • nachgewiesene Produktionsausfälle aufgrund fehlender Rohstoffe oder Vorprodukte, die unmittelbar oder mittelbar aus den Ländern Ukraine, Belarus oder Russland stammen
  • Schließung von Produktionsstätten in der Ukraine, Belarus oder Russland
  • besonders hohe Betroffenheit durch die gestiegenen Energiekosten

Antragsteller müssen mindestens über eine Unternehmenshistorie mit aussagefähigen Jahresabschlussunterlagen von 2 vollständigen Geschäftsjahren verfügen und dürfen einen Gruppenumsatz von 500 Millionen Euro p.a. nicht überschreiten. Neben dem Mittelstandsprogramm hat die KfW ein weiteres Programm aufgesetzt für Unternehmen, deren Gruppenumsatz 500 Millionen Euro p.a. überschreitet; diese können im Rahmen des „KfW-Sonderprogramm UBR 2022 – große Unternehmen“ einen Kreditantrag stellen.

Die Programmbedingungen sind wie folgt festgelegt:

  • Ein maximaler Kreditbetrag in Höhe von 100 Millionen Euro pro Unternehmensgruppe, begrenzt auf maximal 15 % des durchschnittlichen jährlichen Gesamtumsatzes gemäß den letzten drei vorliegenden Jahresabschlüssen oder 50 % der Energiekosten in den 12 Monaten vor dem Monat der Antragstellung
  • Laufzeit von mindestens 2 Jahren, maximal bis zu 6 Jahren bei höchstens 2 Tilgungsfreijahren und einer Zinsbindung für die gesamte Kreditlaufzeit
  • Die KfW gewährt den beantragenden Banken eine Haftungsentlastung von 80% im Mittelstandsprogramm bzw. 70% bei Großunternehmen

Investitionen im Ausland können grundsätzlich gefördert werden, jedoch müssen die gesetzlich geltenden umwelt- und sozialrechtlichen Standards des Investitionslandes erfüllt werden. Handelt es sich um einen Investitionsort in Ländern, die weder EU-Mitglied noch OECD-Hocheinkommensland sind, erfolgt eine Einzelfallprüfung durch die KfW.

Die Sonderprogramme stehen Unternehmen zur Verfügung, die zwar aufgrund der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine vorübergehende Finanzierungsschwierigkeiten aufweisen, aber dennoch strukturell gesund und langfristig wettbewerbsfähig sind – also Unternehmen, die zum 31.12.2021 kein Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß der Gruppenfreistellungsverordnung der EU-Kommission vom 17. Juni 2014 waren.

Eine Kombination mit anderen Fördermitteln oder eine Kumulierung von Beihilfen sind möglich, vorausgesetzt, die einschlägigen Kumulierungsvorschriften werden dabei eingehalten. Ausgeschlossen hingegen ist die Finanzierung von Betriebsmitteln und Investitionen, die schon durch das „KfW-Sonderprogramm 2020“ gefördert wurden, sofern kein zusätzlicher Liquiditäts- oder Investitionsbedarf besteht. 

Mit dem Sonderprogramm unterstützt die KfW Unternehmen, die sich nach 2 Jahren der Pandemie neuen Sonderbelastungen durch die Ukraine-Krise ausgesetzt sehen, mit frischer Liquidität. Damit gewinnen die betroffenen Unternehmen wertvolle Zeit, ihre Beschaffungs- und/oder Absatzkanäle neu auszurichten.

Endlich erschienen – die neue Auflage unseres Handbuchs „Restrukturierung Sanierung Insolvenz“

Gemeinsam mit dem Autorenteam haben wir lange und intensiv daran gearbeitet, die 5. Auflage unseres Handbuchs mit grundlegenden Aktualisierungen fertigzustellen. Dabei haben wir die Folgen der Corona-Pandemie gespürt und waren uns nicht bewusst, dass eine neu ggf. noch größere Krise droht. Umso größer ist die Freude, dass wir heute die ersten Exemplare erhalten haben und die Neuauflage auch im Handel ab sofort erhältlich ist.

Das Handbuch „Restrukturierung Sanierung Insolvenz“ wurde von unseren Gründungspartnern von Buth & Hermanns, Andrea K. Buth und Michael Hermanns, als Herausgeber erstmals 1998 veröffentlicht und hat sich seither als eines der Standardwerke der Sanierungsbranche in Deutschland etabliert. Die nunmehr vorliegenden 5. Auflage wurde insbesondere hinsichtlich der Regelungen des Gesetzes über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen, kurz StaRUG, erweitert, mit welchem der präventive Restrukturierungsrahmen der EU in nationales Recht umgesetzt und der „Werkzeugkoffer“ in der Unternehmenssanierung um wesentliche Instrumente ergänzt wurde.

Weitere aktuelle Themen sind ebenfalls Gegenstand der Neuauflage:

  • Ansatzpunkte der Unternehmenssanierung aus Sicht der Praxis
  • Erstellung und Beurteilung von Restrukturierungs- / Sanierungs- und Insolvenzplänen
  • Sanierungskonzepte im Lichte des aktualisierten IDW S6
  • Sanierung der leistungs- und finanzwirtschaftlichen Bereiche
  • Möglichkeiten der Restrukturierung nach StaRUG
  • Möglichkeiten der Sanierung nach der Insolvenzordnung
  • Insolvenzgründe nach aktueller Rechtsprechung – prospektiv und retrospektiv
  • Betriebsfortführung in der Insolvenz
  • Vollständige Aktualisierung insolvenzrechtlicher und steuerlicher Aspekte
  • Rechnungslegung in der Insolvenz
  • aktualisierte Praxisfälle
  • Sonderthemen, u.a. zu Investments, M&A und private equity bei Krisenunternehmen

Neben dem Autorenteam gilt ein besonderer Dank Frau Wolfer vom Beck-Verlag mit ihrem engagierten Team und den Mitarbeitern von BUTH & HERMANNS, die ebenfalls mit großem Einsatz zur Fertigstellung des Buches beigetragen haben. 

Das Handbuch ist bestellbar über den Buchhandel oder im Beck-Shop:

Buth / Hermanns
Restrukturierung, Sanierung,

Insolvenz

5. Auflage. 2022.
Rund 1100 Seiten, Leinen
Ca. € 149,-
ISBN 978-3-406-74495-2

http://beck-shop.de/29628490

Neuauflage des WP – Handbuchs „Sanierung und Insolvenz“ des IDW ist jetzt bestellbar

Die WPH Edition „Sanierung und Insolvenz“ gibt dem Leser einen umfassenden Leitfaden zur Rechnungslegung und Beratung in der Unternehmenskrise an die Hand. Aus der beruflichen Praxis heraus befasst sich das Handbuch auch mit den angrenzenden Themen in der Unternehmenskrise wie den Fragen zu Rechnungslegung und steuerlichen Aspekten in der Insolvenz. Auch die zum 01.01.2021 in Kraft getretene Novellierung des Insolvenzrechts mit der Einführung des Gesetzes über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen, kurz StaRUG, ist berücksichtigt worden und wird zu bereits vor StaRUG bestehenden, besonderen Sanierungsverfahren wie dem Schutzschirm- oder dem Insolvenzplanverfahren abgegrenzt.

Unser Partner Michael Hermanns ist seit vielen Jahren im IDW – Fachausschuss „Sanierung & Insolvenz“ tätig und gehört zu den sanierungs- und insolvenzerfahrenen Autoren, die das Handbuch in der 2. Auflage grundlegend überarbeitet und erweitert haben.

Das Handbuch kann über den IDW – Verlag zum Preis von EUR 99,- bestellt werden unter dem nachfolgenden Link:
WPH Edition „Sanierung und Insolvenz“

Verlängerung der Überbrückungshilfe IV bis zum 30.06.2022

Mit der Verlängerung der Überbrückungshilfe IV soll den von Corona betroffenen Unternehmen Unterstützungsmöglichkeiten bei der Rückkehr in den normalen Geschäftsbetrieb eröffnet werden. Die Antragsstellung für die verlängerte Überbrückungshilfe IV ist voraussichtlich ab Mitte April möglich und erfolgt – wie bislang auch schon – über prüfende Dritte (Steuerberater/in, Wirtschaftsprüfer/in, vereidigte Buchprüfer/in, Steuerbevollmächtigte/n oder Rechtsanwalt/-anwältin). Parallel zur Überbrückungshilfe wird auch die Neustarthilfe 2022 für Soloselbständige verlängert.

Für viele Unternehmen sind mit dem Beginn der Kriegshandlungen gegen die Ukraine zusätzliche wirtschaftliche Belastungen eingetreten. Das BMWK weist in diesem Zusammenhang explizit darauf hin, dass die Unterstützungsmaßnahmen aus der Überbrückungshilfe ausschließlich zur Bewältigung der Einbußen aus der Corona – Pandemie ab einem Umsatzeinbruch von mehr als 30% verwendet werden dürfen. So hilfreich der Einsatz der Corona – Hilfen in Anbetracht der Russland-Krise auch erscheinen mag: Eine unberechtigte Beantragung führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Rückforderungen der ausgezahlten Gelder und zieht möglicherweise (straf-) rechtlichen Konsequenzen nach sich!

Ankündigung: Die Neuauflage unseres Handbuchs „Restrukturierung Sanierung Insolvenz“ erscheint in fünf Wochen

Unser Handbuch wurde von den Gründungspartnern von Buth & Hermanns, Andrea K. Buth und Michael Hermanns, als Herausgeber erstmals 1998 veröffentlicht und hat sich seither als eines der Standardwerke der Sanierungsbranche in Deutschland etabliert. Im wenigen Wochen wird nunmehr die 5. Auflage erscheinen, die um wesentliche Entwicklungen des Insolvenzrechts erweitert und ergänzt ist. Zu den Aktualisierungen gehören insbesondere die Regelungen des Gesetzes über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen. kurz StaRUG, mit welchem der präventive Restrukturierungsrahmen der EU in nationales Recht umgesetzt und der „Werkzeugkoffer“ in der Unternehmenssanierung um wesentliche Instrumente ergänzt wurde. Es wird interessant zu sehen, wie sich die der Restrukturierungsrahmen in der Praxis bewähren wird.

Daneben behandelt das Buch zahlreiche weitere aktuelle Themen:

  • Darstellung der Unternehmenssanierung, insbesondere der leistungswirtschaftlichen Bereiche, unter der Berücksichtigung der Digitalisierung und der sich durch die COVID-19-Pandemie ergebenden Effekte
  • Staatliche Förderprogramme zur Überwindung der Folgen der COVID-19-Pandemie
  • Unternehmenssanierung nach Insolvenzplan unter Berücksichtigung des überarbeiteten IDW S2
  • Sanierungskonzepte im Lichte des aktualisierten IDW S6
  • Insolvenzgründe nach aktueller Rechtsprechung – prospektiv und retrospektiv
  • Betriebsfortführung in der Insolvenz
  • Vollständige Aktualisierung insolvenzrechtlicher und steuerlicher Aspekte
  • Rechnungslegung in der Insolvenz sowie
  • aktualisierte Praxisfälle.

Unser besonderer Dank gilt neben dem Autorenteam insbesondere Frau Wolfer vom Beck-Verlag mit ihrem engagierten Team und den Mitarbeitern von Buth & Hermanns, die ebenfalls mit großem Einsatz zur Fertigstellung des Buches beigetragen haben. 

Das Handbuch ist ab sofort bestellbar im Beck-Shop:

Buth / Hermanns
Restrukturierung, Sanierung,

Insolvenz

5. Auflage. 2022.
Rund 1100 Seiten, Leinen
Ca. € 149,-
ISBN 978-3-406-74495-2

Voraussichtlich im April

http://beck-shop.de/29628490


Buth & Hermanns wiederholt unter die Besten Wirtschaftsprüfer Deutschlands gewählt

Das Manager Magazin erhebt gemeinsam mit der WGMB Wissenschaftliche Gesellschaft für Management und Beratung mbH in einem 2jährigen Turnus eine Evaluation zur Auswahl der Besten Wirtschaftsprüfer Deutschlands. Im Verlauf der Evaluation werden die Mandanten der einzelnen Kanzleien in einem standardisierten Verfahren nach ihren Erfahrungen mit der jeweiligen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft befragt und ausgewertet.

Wir freuen uns sehr, dass Buth & Hermanns zum dritten Mal in Folge in diesen Kreis gewählt wurde und bedanken uns bei unseren Mandanten und dem gesamten Team für das ausgedrückte Vertrauen und die gute Arbeit, die dieses Ergebnis erst ermöglicht hat.

Im Rahmen einer Feierstunde anlässlich der Verleihung der Auszeichnungen haben die Veranstalter gemeinsam mit ausgewählten Teilnehmern die bevorstehenden Herausforderungen der Branche anhand des Themas „Nachhaltigkeit“ diskutiert. Da die Bedeutung des „ESG – Reportings“ (Enviroment, Social, Governance) in Folge gestiegener Anforderungen des Marktes inzwischen nicht mehr allein börsennotierte Gesellschaften betrifft, sieht sich die Branche vor neuen Anforderungen im Hinblick auf Knowhow und personelle Kapazitäten. Der Beruf des Wirtschaftsprüfers bleibt also spannend und abwechslungsreich.  

Das Institut der deutschen Wirtschaftsprüfer (IDW) stellt Entwürfe zu neuen Standards zum Sanierungs- und Insolvenzrecht vor

Das IDW hat mit dem bisherigen Standard „Bescheinigung nach § 270b InsO (IDW S9 (a.F.))“ die Anforderungen bei der Bescheinigung zum Schutzschirmverfahren zusammengefasst. Die Neufassung des Insolvenzrechts im Zuge des SanInsFoG zum 01.01.2021 erforderte eine umfassende Überarbeitung des Standards, der nunmehr in eine Entwurfsfassung vom IDW vorgestellt wurde

Dieser Entwurf des neugefassten IDW Standards „Bescheinigung nach § 270d InsO und Beurteilung der Anforderungen nach § 270a InsO (IDW ES 9 n.F.)“ berücksichtigt zukünftig die mit dem Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts (SanInsFoG) neu geschaffene gesetzlichen Anforderungen, insbesondere eine vollständige und schlüssige Eigenverwaltungsplanung. Der Entwurf ist unter dem nachstehenden Link einsehbar (ES 9 n.F.).

Auch das neu eingeführte Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) sieht die Erstellung einer Bescheinigung für den ähnlich gelagerten Fall vor, dass ein zu sanierendes Unternehmen den amtlich zu bestellenden Restrukturierungsbeauftragten bestimmen möchte. Hierzu hat das IDW einen neuen Entwurf IDW ES 15 „Anforderungen an die Bescheinigung nach § 74 Abs. 2 StaRUG und Beurteilung der Voraussetzungen der Stabilisierungsanordnung (§ 51 StaRUG)“ vorgelegt. Dieser beschreibt die Anforderungen an eine von einem „in Restrukturierungs- und Insolvenzsachen erfahrenen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt o.ä.“ zu erstellende Bescheinigung. Insbesondere hat der Gutachter die Vollständigkeit und Schlüssigkeit der Restrukturierungsplanung zu beurteilen. Der Standard stellt auch die Beziehung der vom Gesetzgeber genannten betriebswirtschaftlichen Konzepte dar – vom Restrukturierungskonzept bis hin zum Restrukturierungsplan. Dabei sind starke Parallelen zu den betriebswirtschaftlichen Konzepten der außergerichtlichen Sanierung und des Insolvenzplanverfahrens zu sehen. Der Entwurf zu dem neu gefassten ES 15 ist ebenfalls auf der webseite des IDW einzusehen (IDW ES 15).

Die beiden Entwürfe wurden vom Fachausschuss „Sanierung und Insolvenz“ des IDW erarbeitet, dem unser Partner Michael Hermanns seit 2009 angehört.

Corona-Maßnahmen: Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und steuerlicher Erleichterungen geplant

Angesichts der anhaltenden Belastungen der Unternehmen durch die Pandemie haben das Bundesarbeitsministerium und das Bundesfinanzministerium jeweils die Verlängerung und Erweiterung verschiedener Maßnahmen angekündigt. So plant das Bundesarbeitsministerium eine abermalige Verlängerung der Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld um drei Monate über den 30. März 2022 hinaus, während das Bundesfinanzministerium die Verlängerung steuerlicher Erleichterungen angekündigt hat.

Die derzeitigen Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld sehen einen erleichterten Zugang vor: so können Unternehmen bereits Kurzarbeitergeld beantragen, wenn mindestens 10% der Beschäftigten einen Entgeltausfall von mehr als 10% haben. Auch wurde die Höhe des Kurzarbeitergeldes aufgestockt:

  • In den Monaten 1 – 3 des berechtigten Bezugs werden 60 % des Netto-Entgelts erstattet, bei Beschäftigten mit Kind 67%
  • In den Monaten 4 – 6 erhöht sich das KAG auf 70/77% des Netto-Entgelts, sofern der Entgeltausfall mindestens 50% beträgt.
  • Ab dem 7. Monat ist eine abermalige Erhöhung auf 80/87% des Netto-Entgelts möglich.

Die maximale Bezugsdauer wurde unter bestimmten Voraussetzungen auf bis zu 24 Monate verlängert. Als weitere Maßnahme werden 50% der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung erstattet; die Erstattung erhöht sich um weitere 50%, sofern die betroffenen Mitarbeiter während der Kurzarbeit an einer geförderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen.

Auf der steuerlichen Seite hat das Bundesfinanzministerium in einer Pressemitteilung vom 18.02.2022 angekündigt, eine Reihe von Erleichterungen temporär zu verlängern:

  • In bestimmten Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern werden Arbeitgeberprämien zur Anerkennung besonderer Leistungen während der Corona-Krise werden bis zu einem Betrag von 3 000 Euro steuerfrei gestellt.
  • Die Steuerfreiheit von Zuschüssen zum Kurzarbeitergeld wird bis Ende Juni 2022 verlängert.
  • Die Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wird um ein Jahr verlängert und gilt für Wirtschaftsgüter, die im Jahr 2022 angeschafft oder hergestellt werden.
  • Die bestehende Regelung zur Homeoffice-Pauschale wird bis zum 31. Dezember 2022 verlängert.
  • Die erweiterte Verlustverrechnung wird bis Ende 2023 verlängert: Für 2022 und 2023 wird der Höchstbetrag beim Verlustrücktrag auf 10 Mio. Euro bzw. auf 20 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung angehoben. Der Verlustrücktrag wird darüber hinaus ab 2022 dauerhaft auf zwei Jahre ausgeweitet und erfolgt in die unmittelbar vorangegangenen beiden Jahre.
  • Investitionsfristen für steuerliche Investitionsabzugsbeträge werden um ein Jahr verlängert, so dass Investitionen, die in 2022 wegen der Corona-Pandemie nicht erfolgen konnten, in 2023 nachgeholt werden können.
  • Die Frist zur Abgabe von Steuererklärungen 2020 in den Fällen, in denen die Erklärung von einem Steuerberater erstellt wird (sog. beratenen Fällen), wird um weitere drei Monate verlängert. Hieran anknüpfend werden auch die Erklärungsfristen für 2021 und 2022 – auch für nicht beratene Steuerpflichtige – verlängert.

Interessant ist nunmehr die Frage, ob auch weitere Unterstützungsmaßnahmen wie insbesondere die Überbrückungshilfe IV, die ebenfalls bis zum 31.03.2022 befristet sind, ebenfalls nochmals bis zum 30.06.2022 verlängert werden. Hierzu sind bislang jedoch noch keine Ankündigungen erfolgt. 

Grundsteuerreform – Welche Auswirkungen ergeben sich für Grundstücksbesitzer im Jahr 2022?

In diesem Jahr wird die Finanzverwaltung von sämtlichen Grundstückseigentümern eine flächendeckende Neubewertung aller Grundstücke für die Festsetzung der Grundsteuer verlangen. Dies betrifft auch Eigentumswohnungen und hat unabhängig davon Gültigkeit, ob die Immobilien selbst oder fremd genutzt werden. Die Grundsteuerreform erforderlich machte das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 10. April 2018, in dem die bisherige Einheitsbewertung für verfassungswidrig erklärt wurde.

Nach derzeitigem Kenntnisstand sind die Steuererklärungen im Zeitraum vom 1. Juli bis spätestens zum 31. Oktober 2022 auf den Bewertungsstichtag 1. Januar 2022 zu erstellen und digital an das zuständige Finanzamt zu übermitteln. Auf Grundlage der neu ermittelten Grundsteuerwerte sollen mit Wirkung zum 1. Januar 2025 die neuen Grundsteuerbeträge festgesetzt werden. Dies bedeutet gleichzeitig, dass das alte – verfassungswidrige – Grundsteuerrecht de facto noch bis zum 31. Dezember 2024 anwendbar bleibt.
Zukünftig sollen zudem in Abständen von 7 Jahren wertangepasste Grundsteuerwerte festgestellt werden (Hauptfeststellung); die nächste Hauptfeststellung erfolgt dann zum 1. Januar 2029.

Für die Ermittlung der neuen Grundsteuer hat der Gesetzgeber ein sog. Bundesmodell vorgegeben, welches die Ermittlung der Grundsteuerwerte sowie die Höhe der Grundsteuermesszahlen durch gesetzlich (bundeseinheitlich) vorgegebene Normen bestimmt. Daneben wurde jedoch erstmalig auch eine Länderöffnungsklausel durch Ergänzung des Grundgesetzes eingeführt, die den einzelnen Bundesländern abweichende Regelungskompetenzen eröffnet. Auf dieser Basis haben sich die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen und Hamburg entschlossen, eigene Bewertungsmethoden anzuwenden. In den verbleibenden 11 Bundesländer kommt hingegen nach derzeitigem Stand das Bundesmodells zur Anwendung.

Im Ergebnis dieser Änderungen soll die Grundsteuerreform – trotz der vermutlich höheren Grundsteuerwerte – insgesamt aufkommensneutral wirken, die neue Grundsteuer wird aber nicht belastungsneutral sein. Folglich sind infolge der Grundsteuerreform Belastungsverschiebungen zu erwarten.

Update: Verlängerung der Corona – Hilfen bis zum 31.03.2022 über die Überbrückungshilfe IV

Angesichts der wieder aufflammenden Corona-Belastungen hat der geschäftsführende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im November die Verlängerung der Corona – Wirtschaftshilfen über den 31.12.2021 angekündigt. Seit dem 07. Januar 2022 kann nun die Überbrückungshilfe IV für den Förderzeitraum Januar bis März 2022 beantragt werden, die Antragsfrist endet Ende April 2022.  

Antragsberechtigt sind weiterhin Unternehmen bis zu einem Jahresumsatz von maximal EUR 750 Mio., sofern sie in Einzelmonaten einen corona-bedingten Umsatzrückgang von mindestens 30% gegenüber den jeweiligen Referenzmonaten in 2019 erlitten haben. Die Umsatzgrenze entfällt für von Schließungsanordnungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie direkt betroffene Unternehmen sowie Unternehmen der Pyrotechnikbranche, des Großhandels und der Reisebranche.

Die Bedingungen der Überbrückungshilfe IV entsprechen weitgehend denjenigen der Überbrückungshilfe III Plus, die bis zum 31. Dezember 2021 befristet ist und noch bis zum 31. März 2022 beantragt werden kann.